Der LKW der Zukunft
Donnerstag den 4.09.2014

Der LKW der Zukunft

Daimler hat jetzt in einer Studie den ersten autonom fahrenden LKW vorgestellt. Auch sonst wird sich bei der Fahrzeugtechnik in den nächsten Jahren einiges tun. Wir haben die wichtigsten Innovationssprünge zusammen gestellt.

Durch Heckspoiler am Auflieger und windschnittigere Zugmaschinen können bis zu 30 % Kraftstoff eingespart werden. Dies würde jedoch unweigerlich zu längeren Fahrzeugeinheiten führen, die der Gesetzgeber über Testversuche hinaus bislang ablehnt.

Das Rennen im Landverkehr gewinnt auch, wer die geringsten Betriebskosten hat. Hier gibt es mehrere Ansatzpunkte: Zunächst einmal arbeiten die Reifenhersteller an weiter rollwiderstandsoptimierten Reifen zur weiteren Reduzierung des Spritverbrauchs. Dabei helfen soll auch eine automatische Reifendruckkontrolle.

An den Betriebskosten arbeiten aber auch die Fahrzeughersteller. Der LKW-Motor der Zukunft soll weiter verbrauchsoptimiert werden. Dabei helfen sollen eine reduzierte Reibung und eine optimierte Abgasrückgewinnung.

Bei den Antrieben wird auf absehbare Zeit der Dieselmotor weiter dominieren. Elektro-, Hybrid- und Gasantriebe stellen insbesondere im Nah- und Regionalbereich Antriebsalternativen dar. Ob diese Technologien kommen hängt neben der technischen Reife auch von der Wirtschaftlichkeit und der erforderlichen Infrastruktur ab. Einschränkungen bei der Batterietechnologie bei reinen Elektroanwendungen lassen diese Technologie im Fernverkehr allerdings in weite Ferne rücken.

Im Hybridbereich sind Spritersparnisse im zweistelligen Prozentbereich (bis zu 12 %)im Verteilerverkehr möglich. Allerdings kann der Hybrid auf der Langstrecke mit konstanter Geschwindigkeit seine Wirkung nicht so entfalten wie im Stadtverkehr

Durch den Einsatz von mehr Aluminium sowie durch Glasfaser Kunststoffverbindungen werden die Fahrzeuge in Zukunft leichter. Solche Innovationen wird es nicht nur bei der Zugmaschine geben. Auch Trailer und Anhänger werden weiter entwickelt. In diesem Bereich arbeitet man an der Energierückgewinnung. Die so gewonnene und teilweise in Batterien gespeicherte Energie steht dann dem ganzen Fahrzeug z.B. für Kühlung, Druckluftgewinnung und Beleuchtung zur Verfügung.

Die moderne Informationstechnik wird immer mehr im LKW-Führerhaus Einzug halten. Es wird deutliche Fortschritte bei der informationellen Vernetzung geben. Das Fahrzeug wird mit der Verkehrsleittechnik aber auch anderen Fahrzeugen per WLAN kommunizieren. Damit kommen etwa kurzfristig Informationen über die vorausliegende Verkehrssituation im Fahrzeug an. Aber auch Parkplätze können vorab gebucht werden.

Moderne Assistenzsysteme sind in Zukunft selbstverständlich, entlasten den Fahrer und tragen zu mehr Sicherheit bei. Dabei kommt immer mehr Technologie aus dem PKW zum Einsatz. So werden Rangierunfälle bald der Vergangenheit angehören, da der Fahrer in Zukunft in einer 360 Grad Umsicht auf einem Bildschirm das gesamte Fahrzeug sieht.

Schon aufgrund des Fahrermangels werden die Arbeitsplätze im Führerhaus in Zukunft noch komfortabler und ergonomischer. Kommunikationsmöglichkeiten werden verbessert. In der Kabine wird es einen Flachbildschirm mit der Möglichkeit des Fernsehempfangs geben. Selbstverständlich werden auch Multimedia-Angebote

Eine Revolution in der LKW-Technologie könnte der selbständig fahrende LKW werden. Der Mercedes-Benz Future Truck 2025 kommuniziert mit seiner Umgebung und fährt autonom.

Der Weg dorthin ist durch die heute bereits lieferbaren und in Wiedmann & Winz Trucks verbauten Assistenz- und Telematiksysteme vorbereitet. Abstandshalte-Assistent, Stop-and-Go-Assistent, Notbrems-Assistent „Active Brake Assist 3“, Spurhalte-Assistent und dreidimensionale Karten für den voraus¬schauenden Tempomaten sind bereits vorhanden. Deshalb liegt der nächste Schritt auf der Hand: Nun werden diese Systeme miteinander verknüpft und ergänzt, Kameras und Radarsensoren weiterent¬wickelt und verbunden. Perfekt ergänzt wird dies durch die Kommu¬nikation mit allen Aspekten der Fahrzeugumgebung.

Mit dem autonom fahrenden LKW könnte sich das Berufsbild des Fahrers ändern. Der Fahrer gewinnt mehr Zeit für andere Beschäftigungen als das unmittelbare Steuern des LKW: Er kann seinen Sitz um 45 Grad nach rechts drehen und sich mit der Be- und Entladestelle in Verbindung setzen oder Abrechnungen erledigen. Das autonome Fahren bietet mehr Abwechslung und ist weniger belastend.

Neben der Entlastung des Fahrers wird der autonome Truck dafür sorgen, dass Staus abnehmen, es weniger Unfälle gibt und sich der Verkehrsfluss homogen gestaltet.

Bis der autonome Truck kommt gibt es neben der Technik noch viele rechtliche Fragen zu regeln. So z.B. die Haftung bei Unfällen und Verkehrsverstößen. Zudem stellt sich die Frage nach den Lenk- und Ruhezeiten.

Mitte des kommenden Jahrzehnts ist laut Daimler eine Fahrzeugeinführung denkbar. Bereits auf der kommenden IAA wird eine Weiterentwicklung vorgestellt.

future-truck-2025