Projektbeispiel Stahl-Logistik

Projektbeispiel Stahl-Logistik: Outsourcing von Logistik-Funktionen

Stahl ist in Deutschland ein schweres Geschäft. Bei geringen Margen macht nicht zuletzt die logistische Kompetenz den Unterschied.

Der Konkurrenzkampf im Stahlhandel ist knallhart“, sagt Dr. Micha Lege. „Da ist ein schneller, zuverlässiger Lieferservice für viele Käufer ein entscheidendes Kriterium“. Der Geschäftsführer von Wiedmann & Winz kennt das Geschäft bestens: 1999 übernahm sein Unternehmen die Logistik der Stuttgarter Niederlassung eines der führenden deutschen Unternehmen in diesem Sektor. „Heute hört man bei unserem Kunden die Leute sagen: Hätten wir doch nur schon früher outgesourct“, erzählt Lege.

Im Rahmen des Outsourcing-Projektes hat Wiedmann & Winz einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und ein umfangreiches Logistik-Angebot vorgelegt. „Wichtig für den Erfolg dieses Projekts war vor allem, das Verhältnis zwischen Verkauf und Versand zu ändern“ erklärt Micha Lege. „Wir haben die Zuständigkeiten klar definiert und den Versand sehr viel flexibler gestaltet. Das führte am Ende zu besserer Qualität und natürlich zu niedrigeren Kosten.“

Der von Wiedmann & Winz eingesetzte Versandleiter des Metalllagers hat über das kundeneigene SAP-System Zugriff auf sämtliche relevanten Daten, das Personal von Wiedmann & Winz ist auch für die Verladung verantwortlich und arbeitet Hand in Hand mit den Mitarbeitern des Kunden zusammen. „Wir unterstützen uns gegenseitig, wo wir nur können“, sagt der Betriebsleiter des Metallhändlers.

Wiedmann & Winz liefert täglich bis zu 200 Tonnen Stahl und Aluminium aus – zwischen acht und zwanzig Lkw-Ladungen. Empfänger sind vor allem Automobilhersteller und die Automotiv-Zulieferindustrie im Gebiet zwischen Stuttgart, Schwarzwald und Bodensee. Weitere Abnehmer sind daneben Schlossereien und Bauunternehmen.

In der 17.000 Quadratmeter großen Halle im Stuttgarter Hafen lagern unterschiedlichste Halbfertigprodukte . Fein- und Grobbleche, Riffelbleche aus Aluminium, Edelstahl-Spaltband, Aluminiumprofile sowie Stahlträger von bis zu 16 Metern Länge. „Die Arbeit läuft quasi rund um die Uhr“, sagt der Wiedmann & Winz Versandleiter, der als Bindeglied zum Verkaufsteam fungiert. „Neben regelmäßigen wöchentlichen Lieferungen gibt es eine Reihe spontaner Aufträge, und die müssen ad hoc ausgeführt werden.“ Bei aller Eile waltet jedoch die nötige Vorsicht: Zum Beispiel ist Aluminium ein extrem empfindliches Material, das leicht zerkratzt. Und das Handling der mehrere Tonnen schweren Pakete, Coils und Träger mithilfe fest installierter Krananlage und Gabelstapler ist Millimeterarbeit, die viel Erfahrung voraussetzt.

Die Auslieferung der Metallwaren erledigt Wiedmann & Winz mit seiner reinrassigen Mercedes-Benz Flotte. Die Zugmaschinen des Typ Actros ziehen meistens sogenannte Coil-Auflieger von Kögel mit verstärktem Rahmen, eigens für den Stahltransport maßgeschneidert: Der Coil-Schacht ermöglicht den hundertprozentig sicheren Transport der tonnenschweren Rollen. Für die verantwortungs-bewusste Sicherung anderer Ladungsgüter sind bei jedem Zug ausreichend Hilfsmittel an Bord: Gurte, Unterleghölzer, Ketten und Haken sowie Antirutschmatten.

Geschäftsführer Lege sieht bei der Stahllogistik für Wiedmann & Winz weitere Perspektiven: „Mit unserem Know-how aus dieser und anderen Kooperationen und dem großen eigenen Fuhrpark haben wir die nötige Flexibilität für die speziellen Anforderungen der Stahlbranche“.