Interview mit Dr. Micha Lege, Geschäftsführer von Wiedmann & Winz

Im Rahmen seiner Kategorie „Erfolgsgeschichten – learn from the best“ geht der Blogger Felix Stäb der Frage nach, warum Unternehmen erfolgreich sind.

Herr Lege, auf Ihrer Webseite steht, dass Sie ein auf Werten basiertes Unternehmen sind. Was sind diese Werte?

Für uns geht es hier nicht darum, nur schöne Formulierungen zu schaffen. Werte müssen gelebt werden. Wir müssen jeden Tag vollen Einsatz zeigen, einen hohen Qualitätsanspruch verfolgen, ehrlich und fair untereinander, aber auch mit unseren Kunden umgehen. Wir müssen mit umweltfreundlichen Produktionsmitteln nachhaltig wirtschaften und Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen. Als mittelständisches Familienunternehmen legen wir großen Wert darauf, dass unsere Mitarbeiter Teil der Familie sind. Jeder Mitarbeiter verdient unseren ganzen Respekt. Wir stehen zu ihm. In guten, wie auch in schlechten Zeiten. Das schafft nicht nur Vertrauen, sondern auch Motivation sich für Wiedmann & Winz einzusetzen.

Wie ist in diesem Bezug Ihre Unternehmenskultur aufgebaut?

Die Gesprächsebene ist uns wichtig. Jeder Mitarbeiter weiß zudem was wir von ihm erwarten. Einsame Entscheidungen von oben herab gibt es bei uns nicht. Nur als Mannschaft erreichen wir das Ziel. Dort wo es möglich ist fördern wir den ,,angestellten Unternehmer“  durch ein hohes Maß an persönlicher Entscheidungsfreiheit.

Wir leben in einer Zeit, die durch einen gewaltigen Wandel gekennzeichnet ist und gerade auch in unserer Branche disruptive Veränderungen hervorrufen wird – Stichwort ,,Digitalisierung“. Hier muss der Unternehmer die Richtung vorgeben, die Mitarbeiter mitnehmen und sie dabei unterstützen, das erforderliche Know-how aufzubauen. Flache Hierarchien erleichtern uns auch bei der Digitalisierung die schnelle Umsetzung von notwendigen Innovationsschritten.

Wenn Sie als Chef nur im „Fotoalbum der Unternehmenserfolge“ blättern, nicht bereit sind die Komfortzone zu verlassen und in die Zukunft zu investieren, dann ist es besser, wenn Sie die Brücke verlassen.

Rückschläge sind dabei aber ebenfalls ein wichtiger Bestandteil – es läuft eben nicht immer alles wie geplant. Welchen Tipp haben Sie gerade diesbezüglich?

Wir hatten zum Glück keine gewaltigen Rückschläge. Aber natürlich geht es als Unternehmer nicht immer nur steil bergauf. Gerade die Zeit der Finanzkrise war für uns gepflastert mit Herausforderungen, die wir bis dahin nicht kannten. Man muss als Unternehmer auch mal verlieren können, eine gewisse Frustrationstoleranz mitbringen und sich bewusst sein, dass nur derjenige, der einen Rückschlag intelligent verarbeitet, am Ende auch gewinnen kann.

Aber wenn Sie jeden Tag alles geben und versuchen noch besser zu werden, wenn Sie offen sind für neue Entwicklungen,  gute Mitarbeiter an Bord haben und auch unpopulären Entscheidungen nicht aus dem Weg gehen, dann brauchen Sie auch schwierige Zeiten nicht zu fürchten.  Sie müssen Niederlagen nutzen um stärker zu werden, denn Schwierigkeiten zeigen Schwächen und diese müssen Sie bewusst anpacken. Jede schwere Situation birgt auch Chancen.

Nachhaltiger Erfolg wird Ihnen dabei nicht in den Schoß fallen. Er hat auch etwas mit harter Arbeit zu tun.

 

Was ist Ihr wichtigster Erfolgsfaktor?

Die Auswahl unserer Mitarbeiter. Sie repräsentieren letztendlich unser Unternehmen und entscheiden maßgeblich über Erfolg und Misserfolg. Heute und Morgen. Zufriedene Mitarbeiter, die auf ihr Unternehmen stolz sind, sind ein Wettbewerbsvorteil.

Was sagen Sie gerade zum Thema Familienunternehmen?

Ein Familienunternehmen ist durch flache Hierarchien in vielen Belangen unschlagbar. Die Familie muss an einem Strang ziehen und sich darüber einig sein, dass zur Sicherung der Investitionsfähigkeit Gewinne thesauriert werden.