Das Coronavirus bedroht die globalisierte Wirtschaft. Die Logistik ist massiv betroffen. Auch Wiedmann & Winz hat sich auf den Ernstfall vorbereitet.

In den letzten Wochen waren in China viele Büros und Fabriken geschlossen, der Transport war eingeschränkt, Logistikketten funktionierten nicht mehr. Auch jetzt wurde der Betrieb der Werke noch nicht überall in vollem Umfang aufgenommen. Ein Problem besteht darin, dass Europäische Konzerne Ihre Spezialisten teilweise nur nach einer Quarantänephase in die Produktionsstätten bringen, um die Anlagen hochzufahren. Vielerorts mangelt es zudem an Arbeitern, da diese aus ihren Heimatprovinzen nicht einreisen dürfen. Aber auch produktionsnotwendige Güter kommen nicht an, da LKW immer noch nicht bestimmte Provinzgrenzen passieren dürfen.

Die Folgen des staatlich ausgelösten Angebotsschocks in China sind weltweit spürbar. Besonders in Deutschland, denn China ist unser wichtigster Handelspartner. Unternehmen, die auf Lieferungen aus den vom Coronavirus betroffenen Gebieten warten droht mangels Nachschub die Produktionseinstellung.

Eine Mehrheit deutscher Unternehmen gibt mittlerweile an, von der Epidemie betroffen zu sein. Handelsware, Vorprodukte und Rohstoffe werden nicht mehr geliefert. Dies gilt auch für Waren aus anderen Ländern, die chinesische Vorprodukte enthalten.

In den chinesischen Häfen wurde seit Wochen aufgrund von Personalmangels und ausfallenden LKW-Lieferungen deutlich weniger verladen als sonst. Containerschiffe sind seit Beginn der Krise fast leer oder überhaupt nicht abgefahren. Aber auch wenn die Häfen ihre Arbeit jetzt wieder voll aufnehmen wird es einen längeren Zeitraum dauern, bis die angehäuften Container auf den Weg gebracht werden. Unterdessen fehlen in Deutschland leere Container für die Beladung.

Um geplante Liefertermine einhalten zu können, werden in China geplante Seefrachttransporte seit Beginn der Krise auf Luftfracht oder Bahn umgestellt. Doch die reinen Frachtflugzeuge sind schon randvoll. Und      50 % der Waren werden ohnehin in Passagierflugzeugen befördert und die machen derzeit weitgehend einen Bogen um China. Die Folge sind erhebliche Lieferengpässe und explodierende Preise in der Luftfracht.

Unternehmen die Aufträge nicht auf neue oder weitere Zulieferer verteilen können brauchen derzeit einen langen Atem oder müssen deutlich höhere Transportkosten hinnehmen. Die Welt-Corona Krise zeigt auf jeden Fall, dass die Abhängigkeit von langen Lieferketten unkalkulierbare Risiken mit sich bringt. Digitalisierung und Automatisierung von Fertigungsprozessen haben die Globalisierung ohnehin schon verlangsamt, da Lohnkostenunterschiede etwa zwischen Europa und Asien dadurch nicht mehr so relevant sind wie früher. Die aktuelle Entwicklung wird dazu führen, dass Unternehmen noch mehr in ihrem näheren Umfeld produzieren lassen werden.

Mittlerweile haben auch in Europa die Maßnahmen zur Bekämpfung der Epidemie zu einem deutlichen Rückgang der Transporte geführt. Grenzkontrollen und Temperaturmessungen behindern den Grenzverkehr. Das Bundesministerium für Verkehr hat die Länder gebeten, von einer Kontrolle des Sonn- und Feiertagsfahrverbots abzusehen, soweit und solange Versorgungsengpässe für Waren aufgrund der Folgen der Ausdehnung des Coronavirus bestehen.

Wiedmann & Winz hat sich soweit möglich auf die weitere Ausbreitung des Virus und mögliche Beeinträchtigungen des operativen Geschäfts vorbereitet. So wurde der bestehende Notfallplan überarbeitet. Mitarbeiter wurden in die Lage gesetzt, auch von zuhause aus zu arbeiten. Zudem haben wir per Info-Schreiben auf die verstärkten Hygieneregeln hingewiesen, Spender mit Desinfektionsmitteln aufgestellt und alle Beschäftigten angewiesen, auch bei leichten Anzeichen von Husten und Atemwegserkrankungen zuhause zu bleiben.

Oberstes Ziel ist die Aufrechterhaltung unseres Landverkehrs und die Arbeitsfähigkeit unserer Logistik-Center.